In den Mooren im Landkreis Leer konnten in den letzten Jahren über 250 Arten der „nächtlichen Schwärmer“ mit so genannten Leuchttürmen angelockt werden, darunter etliche seltene und gefährdete Arten. Auf den ersten Blick machen die grauen Motten nicht viel her, bei genauerem Hinsehen überraschen die Tiere jedoch mit tollem Aussehen und erstaunlichen Lebensweisen.
Der Mondvogel (Phalera bucephala) beispielsweise hat im Ruhezustand die Form und Färbung eines zerbrochenen Birkenzweigs, was seine Tarnung auch am Tag perfekt macht. Der Wasserlinsenzünsler (Cataclysta lemnata) hingegen baut in seinem Raupenstadium unter Wasser ein Gehäuse aus Wasserlinsen, ähnlich wie Köcherfliegenlarven. Auch der besonders eindrucksvolle Braune Bär (Arctia caja) konnte in mehreren Mooren des Landkreises gefunden werden, er nutzt seine auffällige Flügelzeichnung, um Fressfeinde vor seiner Giftigkeit zu warnen. Besonders freudig wurde der Fund der in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Hochmoor-Bodeneule (Coenophila subrosea) aufgenommen. Die Art ist, wie der Name schon verrät, stark spezialisiert auf Moorgebiete, ihre Raupen bohren sich zum Überwintern tief in den Torfboden ein.
Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jährlich abgebaut, der Großteil davon wird im Gartenbau genutzt. Wer seinen Garten umweltbewusst bewirtschaften und damit auch die Biodiversität der Nachtfalter fördern will, sollte beim Kauf von Blumenerde auf die Angaben auf der Verpackung achten und am besten auf torfreduzierte oder vollständig torffreie Produkte setzen. Zur Bodenverbesserung bieten sich alternativ Kompost, Rindenhumus oder Kokosfasern an.
Bei der Erfassung mit den sogenannten Leuchttürmen müssen die Nachtfalter übrigens weder gefangen noch getötet werden. Angelockt von einer Lichtquelle setzen sie sich auf einen Netzstoff, welchen sie jederzeit ungehindert wieder verlassen können.
Bei Fragen oder für detaillierte Infos zu den Arten und Schutzgebieten im Landkreis Leer steht die Ökologische NABU-Station Leer gern zur Verfügung!